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Thema: Die Entstehung des TDM-Forums

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28.04.2002, 22:24 Uhr

OliS besucht im Moment nicht das Board.OliS eine private Nachricht schreibenOliS [Administrator]
*Forumsrhetoriker*

Kapitel I

Hallöchen,
hier soll die Geschichte von Theoderich dem Mitleiderregenden, 1299- ca.1356, (von seinen Freunden auch scherzhaft TDM genannt) erzählt werden.

TDM war mitleiderregend, weil er rund 850 Warzen hatte (daher nannten ihn seine Feinde scherzhaft TDM 850), die sich recht unvorteilhaft über seinen ganzen Körper verteilten. Auch an Stellen, wo er sie nun so gar nicht gebrauchen konnte, aber, das soll uns hier nicht weiter interessieren (andere Chroniken jener Zeit berichteten von einem Thomas dem Mageren, der sogar 900 gehabt haben soll, was allerdings nicht lückenlos belegt ist). Nun gut, TDM war es schlichtweg leid, zu den Verlierern der Gesellschaft zu gehören und träumte, wie alle Loser; von einem besseren Leben, vielleicht in Spanien als ein berühmter Varadero. Zumindest schwebte ihm das so vor.

Aber wie den Traum realisieren? TDM war nicht blöd (für damalige Verhältnisse) und hatte geistige Fähigkeiten, die weit über dem Durchschnitt lagen und er war einer der wenigen, die Goethe rezitieren und einfachere Differentialgleichungen im sechs-dimensionalen Raum lösen konnten, Da er allerdings noch nie in einem sechs-dimensionalen Raum gewesen war, hatte er bisher noch nie die Notwendigkeit gesehen, dies zu tun. Außerdem galt er schon damals als der Erfinder des Korkenziehers. Dass es ihm so beschissen ging lag also letztendlich an seinem Aussehen, welches ihn bisher bei jedem Vorstellungsgespräch von Lübbeck bis Genua, noch nie über die Schwelle des Vorzimmers der Personalabteilungen hatte gelangen lassen.

Er ging also in sich und dachte nach.
Er dachte so ungefähr 13 Minuten.

Er kam zu dem Schluß, Leute wie er haben nur eine Chance im Leben weiter zu kommen, wenn sie in die Politik gehen. Wie sachten schon die alten Sachsen: "Da indressierds geen, wie de ahsschaan tuust, nich wa!" . Und außerdem lebt es sich am Hofe des Königs, der übrigens aus dem uralten Geschlecht der Fabers stammte, sowieso besser. Gesagt getan, in Karte gekuckt (GPS gab's damals noch nicht) und losmarschiert.

Der Weg war nicht gerade einfach, aber TDM hatte jetzt ein Ziel, für welches es sich zu arbeiten lohnte und sportlich war er ausserdem (halt eben nur "schei-ße-häß-lich", wie nicht nur die Sachsen sachten).
Nach ca. 13 Tagen kam er an den Hof des Königs, er sah ihn schon von weitem, denn das Land war recht Flach und er war recht groß. Unterwegs hatte er sich von Beeren und Wurzeln ernährt, sauberes Wasser gab's an jeder Ecke und, wenn sich in den Dörfern die Gelegenheit ergab, seine Kräfte hilfreich eingesetzt und dafür eine Mahlzeit und ein Nachtlager eingefordert.

So stand er also vor dem Tor der Burg des Königs. Er klopfte. Nichts tat sich. Er wartete ungefähr 13 Minuten und wollte gerade schon einen geharnischten Brief in den Kummerkasten werfen, den der König extra für unzufriedene Untertanen ans Burgtor gehangen hatte, als sich was tat! Der Wachposten öffnete die Sichtluke und entschuldigte sich, das es so lange gedauert hätte, aber er müsse sich an die vorgeschriebenen Pausenzeiten halten, sonst bekäme er Ärger mit der Gewerkschaft. Er kam augenscheinlich aus dem angelsächsischen Kulturkreis. TDM bat um Einlass, er wäre seit 13 Tagen unterwegs, um dem König auf seinem Hofe dienen zu können und den Reichtum des Landes zu mehren und den Ruhm des Königs in die ganze bekannte Welt ... und so weiter und so fort.

Zu seiner großen Überraschung wurde die kleine Pforte in dem großen Tor der Burg des Königs geöffnet und er wurde eingelassen. TDM freute sich, anscheinend war er wohl doch nicht so häßlich, wie er gedacht hatte. Er konnte ja nicht wissen, dass der Wächter kurzsichtig war und Brillen waren noch nicht erfunden. Auf jeden Fall solle er sich bei der Personalverwaltung melden, die würden ihm schon einen passenden Job besorgen. Das große Gebäude am Ende der Straße, 3. Stock , Zimmer drei-eins-vier, Herr Wagner und ob er schreiben könne..., den Rest verstand er nicht mehr, denn er war schnell weiter gegangen weil der Kerl etwas transpirierte.

Herr Wagner war ganz umgänglich, auch wenn er immer etwas entsetzt auf TDM's Warzen sah, aber TDM müsse das verstehen, es täte ihm leid und normalerweise wäre er auch gar nicht so, aber aus rein menschlicher Neugier könne er nicht anders als so zu starren. Er hätte einen Job für ihn, im Stall, aber da er sozusagen "Frischfleisch" wäre, solle er erst mal hin, sich vorstellen und sehen was so abgeht. Mit der Zeit könne er sich dann hocharbeiten. "Komm mit Jung, isch zeisch dir wo der Stall is, un wo de schlofe kanns" sagte Wagner und TDM wurde klar, hier wird viel geklüngelt, genau richtig um mit der Politik anzufangen. Halt nur auf unterster Ebene, Kreisebene mit Basisarbeit sozusagen.

Im Stall war der Teufel los, Stallburschen, Sattler und weiß der Himmel was da alles rumrannte. Der Stallmeister war ein netter Kerl, der sich überhaupt nicht an TDM's Aussehen stieß und Ihn erst mal zum Stallausmisten schickte. Aufgrund seiner Kenntnisse in Mikrobiologie sah TDM eigentlich sofort, was hier schief lief. Die Komposthaufen waren richtig schlecht geschichtet und die Mieten weigerten sich krampfhaft zu dampfen. Nach einigen Tagen harter Arbeit (ungefähr genau 13) rief ihn der Stallmeister zu sich und beförderte ihn zum "Stallburschen". TDM begriff: mach dich unabdingbar und dir geht's immer besser! Er war der einzige der wußte, wie die Schichtung der Haufen vernünftig zu erfolgen hatte. Und logischerweise bekam er die Verantwortung für die Haufen. Jemand mit Verantwortung muß auch Leute haben, für die er selbige trägt und logisch, TDM wurde Oberstallbursche und war persönlich verantwortlich für das Pferd des Königs, "Thunderace". Ein wahnsinns Rappe, der ging ab wie Schmitz' Katze, wie man auch damals schon sagte.

Er hatte nun Zeit, über wichtigere Dinge als große Haufen nachzudenken und machte das, was er immer schon konnte, Sachen erfinden. Seit einiger Zeit half er immer mal in der Sattlerei aus und war schon so eine Art "Sattelschlepper" geworden, als er über die Einführung von Leichtbausätteln nachdachte. Das würde die Ritter wendiger machen, in den Turnieren und auch auf den Schlachtfeldern. Aber wie realisieren? Kunstharz gab's noch nicht und Kohlefasern erst recht nicht. Und woher den Autoklaven nehmen! Carbonteile aus dem Steinofen? Nee, so nicht! Auch seine diversen Versuche mit Sackleinen-Laminat im Hartwachsmantel zeitigten keine wirklichen Erfolge.

Wer weiter kommen will braucht Visionen. Also dachte TDM, tun wir das, was alle Politiker machen, die keinen Erfolg haben: Blenden! Die Schmuckuniformen der Berittenen und der Garden waren sein nächstes Ziel. Wenn er doch nur einen Job in dieser, doch schon etwas privilegierteren Klasse bekommen könnte, aber wie? Er reichte im Amt für Arbeitswesen eine offizielle Anfrage ein, ob denn die Repräsentanten des Militärs nicht vor der geringwertigen Arbeit der Uniformen- und Ausrüstungspflege geschützt werden müßten und bildete sodann zusammen mit dem Amtsleiter einen Ausschuß, der eine Untersuchungskommission führte, die auf Reichsebene die möglichen Reformen für die Betroffenen beriet. Durch verblüffend geschickte Argumentation seitens TDM, stellte sich schon alsbald heraus, die wichtigste Änderung sei die Schaffung des Berufsbildes des Steigbügelpolierers, und er würde sich gerne darum kümmern die Lehrpläne für eine gescheite Ausbildung zu erstellen. So wurde TDM der erste offizielle "Steigbügelpolierer" im ganzen Reich und schaffte sich so die Aura des Vordenkers und Über-den-Tellerand-Schauers (abgekürzt ÜdTS).

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28.04.2002, 22:25 Uhr

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*Forumsrhetoriker*

Kapitel II

Im weiteren Verlauf seines Wirkens an der Front der Arbeitsplatzschaffenden, gelang ihm ein weiterer sensationeller Coup. Er erfand das Berufsbild des Lanzenanspitzers. Nach seinen Vorgaben wurde es ein Beruf mit dualer Ausbildung, d. h. es gab sowohl praktischen wie auch theoretischen Untericht für die Auszubildenden. Er baute sogar die erste Lanzen-Anspitzvorrichtung der gesamten, bis dahin bekannten Welt (viel kannte man davon allerdings noch nicht) und durfte sich dementsprechend über einen, nicht zu verachtenden, gesteigerten Einfluß unter den Gelehrten des Landes freuen. Natürlich verheimlichte er die Tatsache, das die Idee zu dieser Vorrichtung nicht auf seinem Mist gewachsen war, oder sagen wir passender: seinem Komposthaufen.

Bei einer seiner vielen Reisen durch die Toscana war er eines Tags in das verschlafene Weinbauerndorf Vinci geraten und hatte, sich seinen Depressionen ergebend, mächtig einen gesoffen. Beim vergeblichen Versuch sein Bett im zweiten Stock des Gasthofes, in dem er abgestiegen war, zu erreichen, rutschte er auf der 13. Stufe ab, fiel mit dem Unterkiefer auf einen äußerst nachlässig verabeiteten, scharfkantigen Treppenabsatz und zog sich eine tiefe Platzwunde mit gleichzeitigem Anbruch des corpus mangaris zu. Fatal, denn die Schnabeltasse war zu dieser Zeit noch nicht erfunden und auch TDM kam diese Idee nicht in den Kopf. So ergab es sich, das sich der einzig heilkundige des Dorfes, ein gewisser Leonardo, um seine Genesung kümmerte und ihn mehr oder weniger schnell kurierte, nach nur 13 Wochen war TDM's Kauleiste wieder fit.
Jener Leonardo war ebenfalls ein geistig reges Kerlchen und er hatte sich eine kleine Maschine gebaut, um seine Kohlestifte zu spitzen. Recht raffiniert, mit einer Kurbel hinten dran und vorne steckte man den Stift rein. Ein rotierendes, kegelförmiges Messer schabte den Stift spitz und man konnte wieder vernünftig Schreiben oder Zeichnen. Dieses Verfahren verwandte TDM auch für seine Lanzenspitzen. Er sicherte sich sogar ein Patent auf das Verfahren und gründete die erste "Königliche Reichsmanufaktur für Anspitz-Automaten zu Burg Faber an der Rinse". Heute sind seine Anspitzautomaten nur noch unter "Faber-Castell" im Umlauf, doch man sieht, auch häßliche Menschen können die Welt verbessern und sozusagen unsterblich werden!

Die Erfindung des Lanzen-Anspitz-Automaten war dermaßen bahnbrechend, dass der König befahl, diese technische Errungenschaft im ganzen Reich zu verwenden. Einerseits um dem niederen Volk eine Armee mit furchteinflößend spitzen Lanzen präsentieren zu können, andererseits zur Kostensenkung im Militärwesen. Leider war die Infrastruktur des Reiches auf der Höhe der Zeit und so versanken die ausgesandten Boten schon nach wenigen km im Morast der ausgefahrenen Wege, die sowieso selten zum Ziel führen. TDM bekam den Auftrag, die Informationsverbreitung im Reich zu reformieren und konnte erst mal nichts mit dieser Aufgabe anfangen.

Die rettende Idee kam ihm bei einem der Ritterturniere. Jedesmal, wenn etwas angekündigt wurde, ein Ritter, ein Burgfräulein, ein Minister oder ein sonstwie gearteter toller Hecht, stießen die Trompeter wie die Wahnsinnigen ins Horn und die Trommler kloppten auf die Schweinsblasen-Felle, als wär die Steuerfahndung hinter ihnen her. Was einigermaßen verwirrend war, denn es gab im ganzen Reich keine Steuerfahndung! Aber das wirklich wichtige war, dass jeder mit einem anderen Jingle ankekündigt wurde. So wie es seinem Rang entsprach. Dieses System mußte, leicht abgewandelt, schnellstmöglich über's ganze Land verteilt werden und so wurden im darauffolgenden Sommer, vorher ging's nicht wegen dem oben erwähnten Morast, überall registrierte Trommelposten eingerichtet, sogenannte Reg.TP's.

Das Alphabet wurde in bestimmte Trommelzeichen aufgestückelt (ähnlich dem heutigen Morse-Alphabet) und die Posten in Hörweite entlang der Hauptverkehrsadern verteilt. Am Bestimmungsort der Nachrichten wurde die Mittteilung dechiffriert und sogenannte Freie-Zustell-Reiter (abgekürzt FZR) mit besonderes sportlichen Pferden und wenig Profil auf den Hufeisen übernahmen die "letzte Meile". Bei Regen war das ganze etwas prekär, da diese hochgezüchteten Spezialpferde aufgrund der Sport-Hufeisen auf langezogenen Bodenwellen ins Schlingern gerieten und daher vom Volk spöttisch als "Gummikühe" verulkt wurden. Was etwas unfair war, denn Sie waren sehr zuverlässig.

Es stellte sich alsbald heraus, dass diese Technik wesentlich effektiver hätte sein können, wenn die Kommunen eine einheitliche Regelung der "Besitzstandsanzeige an Immobilien in Privateigentum" gehabt hätten, wie es in der Amtssprache so schön formuliert war. Gemeint waren Namensschilder. Die FZR's kamen zwar schnell die letzte Meile entlang, den eigentlichen Adressaten der Nachricht fanden Sie jedoch oft nicht, oder nur sehr schwer. Dann ging die Meldung als "unzutrommelbar" zurück und nach zeitraubenden Recherchen mußte die Nachricht erneut getrommelt werden. Vollends konfuss wurde das ganze aber, wenn der Empfänger dann noch unbekannt verzogen war und keinen Nachtrommelantrag gestellt hatte. Daher wurde in das "Verwaltungshandbuch für Reichsangelegenheiten" (abgekürzt VFR) ein weiterer Passus eingefügt, dass in Zukunft jeder Bewohner des Reiches einen Schildträger (Größe 500x500mm) an der, zur Strasse hingewandten, Seite seines Hauses anzubringen habe, der das Namensschild trägt. Einfach, aber genial.

Da hatten unsere Spezis, allen voran TDM, die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. Wie Eingangs schon erwähnt, waren die einzelnen Berufsgruppen in Gewerkschaften organisiert und diese hatten ein waches Auge auf alles was Ihrem Berufstand schadete. Diesmal waren es die Schildträger (also die der Ritter, nicht die an den Hauswänden) die sich lauthals skandierend in den Straßen der Städte, Dörfer und der Burg versammelten, um die mißverständliche Benutzung ihres Berufsnamens im VFR auf schärfste zu verurteilen. Die Warnstreiks zogen sich über fast genau 13 Tage hin und die Situation im Reich begann kritisch zu werden. Überall schlugen die Schildträger Pamphlete an die Nachrichtenbretter in denen sie das gemeine Volk auf ihre Seite zu ziehen versuchten. Die Ritter, welche ja nun nur noch streikende Schildträger hatten, sprachen beim König vor und beschwerten sich über die Zustände im Land. Immerhin würden sie ja auch etwas Steuern bezahlen und überhaupt, wer denn die Schilder tragen solle. Der König geriet unter politischen Druck und suchte einen Sündenbock, der die Verantwortung übernehmen sollte.
Seine Wahl fiel auf TDM. Dieser solle noch in der laufenden Legislaturperiode, die vom König jeden Sonntag um eine Woche verlängert wurde, eine, wie er es nannte "für alle befriedigende Lösung" finden, er hätte "weitgehend freie Hand". Da war guter Rat teuer, denn es war schon Freitag, kurz nach 13 Uhr. Die einfache, aber geniale Lösung des Problems wurde in einer nichtöffentlichen Ratssitzung den wichtigsten Vertretern der Schildträgergewerkschaft zur Beratung vorgelegt.
Den Gewerkschaftsvertretern wurde der neuzuschaffende Posten des Sänftenträgers versprochen, samt einem Ortszuschlag, Grundvergütungszuschlag nach RBO (Reichsbesoldungsordnung) sowie eine Kilometerpauschale von 3 Reichspfennig für jeden getragenen Kilometer. Damit war die Sache schon halb durch. Für die Schildträger versprach TDM den doppelten Grundlohn bei halbierten Bezügen, abzüglich Verpflegungszulage aber dafür doppelt so hohem Steuerfreibetrag für verheiratete Stiefväter und Baukindergeld für Singles. Ein sehr gewagtes Spiel! Es stellte sich aber Gott sei dank heraus, das Schildträger nicht halb so helle waren, wie die von Ihnen getragenen Schilde in gleißender Sommersonne. Zu guter Letzt, sozusagen als Sahnehäubchen, wurde im VFR der "Schildträger (500x500mm)" umbenannt in "Schildrahmen (500x500mm)" oder kurz : SR500.

Diese Lösung fand allgemeine Anerkennung, und TDM wurde zum "Knappen"! ernannt, das ersparte ihm die ewig lange Knappenanwärterschaft. Nicht schlecht, einfach immer mal seinen Mostrich dazu geben, was geistreiches sagen, hier ein Tipp, da ´ne gute Idee und man steigt immer höher auf der Karriereleiter. Das Prinzip fing an, TDM zu gefallen. Man durfte nur niemandem auf die Füße treten.

Als Knappe war er mittlerweile nahe an die Schalthebel der Macht gelangt, die Ritter waren, mehr noch als auf ihre Schildträger, auf ihre Knappen angewiesen. Diese mußten deren Termine verwalten, den ganzen täglichen Papierkram erledigen und die Pferde alle 2 Jahre durch Sachverständige (die wurden wirklich so genannt) des "Tier-Überprüfungs-Verband", kurz TÜV, prüfen lassen. Hier wurde der allgemeine Gesundheitszustand der Pferde begutachtet, die Hufeisen durften sich nicht gelockert haben, die Profiltiefe mußte mindestens 1,6mm betragen und der Zustand aller vier Beine wurde überprüft. Die Pferdeäpfel wurden einer "Aussonderungsuntersuchung" unterzogen, im Amtsdeutsch AU genannt. Mittels einer Güllepumpe wurden Urinproben genommen, um herauszufinden, ob Hafer verfüttert worden war, der unter die "Niedrig-Besteuerungsverordnung in der Landwirtschaft" fiel und nicht an Pferde verfüttert werden durfte, die nicht in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Alles in allem nicht sooo anspruchsvoll, aber doch wichtig. Es erstaunte TDM allerdings immer wieder, dass viele seiner Kollegen vergaßen, den Spritzschutz am Schwanz des Pferdes anzubringen, der mindestens 15 cm über das erste Sprunggelenk reichen mußte und an seinem Ende nicht schmaler als 13 cm sein durfte. Darauf schauten die Prüfer nun wirklich jedesmal! Natürlich wurde er wieder abmontiert sobald der Prüfer außer Sichtweite war, aber seit damals die Lieblingsstute des Königs Welche den wohlklingenden Namen "Baghira" trug, diesem auf den neuen Hermelinumhang gepisst hatte...! Uuh, da war was los gewesen. Diese Nachricht verbreitet sich auch ohne Trommler rasend schnell.

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28.04.2002, 22:26 Uhr

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*Forumsrhetoriker*

Kapitel III

Der Winter zog ins Land und wie jedes Jahr, stand das Winterfest auf Burg Faber wieder vor der Tür. Der Hof des Königs war bekannt für seine Feste und den überschwelgenden Luxus der dort herrschte. Also kamen von überall her wichtige Persönlichkeiten und solche, die sich dafür hielten. Am Vorabend des Festes, waren eigentlich schon alle da, da erreichte eine getrommelte Nachricht den Hof, der Reichsverweser von Mittelfranken hätte eine Panne mit seiner Kutsche und stecke fest. Wir erinnern uns an den Morast? Gut. Kurzerhand schlug TDM vor, sich auf den Weg zumachen und mit seinem Pferd den Karren mal wieder aus dem Dreck zu ziehen. Da es regnete, lieh er sich in der Küche einen gelben, wachsimpregnierten , wasserdichten Jute-Mehlsack, der vom Hofe Louis XIV stammte. Sehr gute Qualität! Sogar mit Siegel und Namenzug! LOUIS stand in großen Lettern auf der Rückseite. Allerdings falschrum, da TDM unten Löcher reingeschnitten hatte, um ihn nun als Regencape zu benutzen. Nicht schick, aber wirksam. Nach nur 13 Minuten kam er schon an die Stelle des Malheurs und schritt zur Tat. Ein kurzer Zug hier, einmal drücken da und der Karren war frei. An und für sich nicht Wildes und wenn der Kutscher keine Sommerhufeisen drauf gehabt hätte, wäre es wohl vermeidbar gewesen. Zur Sicherheit ritt er mit der Kutsche mit und ließ sich zu einem angenehmen Smalltalk mit der Gattin des Reichsverwesers hinreißen. Es war ja dunkel und er saß draußen auf dem Pferd, Warzen Hin oder Her. Zurück auf der Burg, zeigte er dem Kutscher noch wo er Parken konnte und brachte sein Pferd in den Stall, wo er es einem der neuen Stallburschen übergab.

In der Burg tobte der Bär. Es wurde gesoffen was das Zeug hielt, und nicht nur von den Männern. Der Chor des Männervereins Aggerburg-Unterstadt, kurz "MV Agusta", brachte ein Lied nach dem anderen und die Stimmung war "töfte". Später am Abend spielte noch die schottische Band "Speed-Triple" ein paar punkige Dudelsack-Evergreens und der gallische Chansonier "Voxan" gab humorvolle Volkslieder aus Bordeaux zum Besten. Der Knaller war aber wie jedes Jahr "Dr. Big and the Freewinds", die einen dermaßen gepflegten, mitreißenden Sound in die Halle warfen, dass es kaum einen auf dem Schemel hielt. In jeder Ecke standen die Männer zusammen bei Hafer-Gesprächen und prahlten mit ihren neuesten Errungenschaften. Einer hatte sich die neuen BT 020 Rennhufeisen von Brückenstein zugelegt und war der Meinung, sein Pferd renne jetzt viel entspannter, ein anderer meinte, die französischen Macker-Damm von Michel in Reims wären wesentlich besser, vor allem auf längeren Touren und würden sich nicht so schnell abnutzen.

Und so ganz nebenbei ergab es sich, dass die mittlerweile angeheiterte Gattin des Reichsverwesers, der Königin die Geschichte ihrer Rettung erzählte. Ein gelber Engel sei aus den Tiefen des Waldes auf sie zugeflogen und habe sie und ihre Familie aus größter Gefahr gerettet und mit seinen himmlischen Kräften habe er die Kutsche aus dem Sumpf gezogen. Wunderschön sei er gewesen, von so reiner Gestalt, dass der ganze Wald von einem güldenen Schein erhellt gewesen sei, und seine Stimme sei so sanft gewesen wie der Widerhall einer Nachtigall, lall, lall, lall....

13 Tage später ließ die Königin TDM zu sich rufen und ihm war ganz und gar nicht wohl dabei. Die Königin war wunderschön, und er! Ihm ging, ehrlich gesagt, die Muffe.

Die Königin wohnte im Nordwest-Flügel welcher geschmackvoll von ihrem italienischen Innenarchitekten Signore Gilera gestaltet worden war und hatte von Ihrem Balkon aus einen wunderschönen Blick auf's Caponord. Weiter im Norden mündeteten die beiden mächtigen Arme des V-Stroms im spitzen Winkel ins Meer und das Licht der untergehenden Sonne ließ es aussehen, als ergieße sich flüssiges Gold in das kalte Wasser der See. Die Königin stand gerade versonnen auf eben jenem Balkon und träumte von Ihrem letzten Ausritt mit ihrem Lieblingshengst "Mastif", als es an der Tür ihres Gemachs klopfte. Eine ihrer Zofen trat ein und kündigte die Ankunft von TDM an. Er solle nur hereinkommen und sie möge doch bitte etwas Tee und Gebäck vorbei bringen lassen. Und ein Cognäcchen für sie beide. Na ja, es war ein offenes Geheimnis auf der Burg, das die Königin ab und an gerne mal einen Kleinen zwitscherte, das hatte sie von der Königin-Mutter mitbekommen. Aber da es nie Überhand nahm, störte sich keiner dran.

TDM trat ein und schaute huldvoll zu Boden. Die Königin musterte ihn aufmerksam und bat ihn dann freundlich, Platz zu nehmen. TDM setzte sich vorsichtig in die Wasserbüffel-Leder Sitzgruppe im dezenten holländischen Stil und harrte der Dinge die da kommen sollten. Keiner wußte so recht was er sagen sollte und glücklicherweise trat, als die Stille langsam peinlich wurde, eine Dienerin mit dem Tee usw. ins Zimmer. Als die Dienerin wieder fort war fragte die Königin, ob TDM ein oder zwei Stück Zucker im Tee bevorzuge. TDM sah sich nun gezwungen aufzublicken um zu Antworten und bat stotternder weise um 3 Stück Zucker. Die Königin brachte ihm den Tee und setzte sich neben ihn auf das Sofa.
TDM schämte sich zuerst etwas, ob seiner Warzen, aber als die Königin anfing, mehr oder weniger normal einen Smalltalk übers Wetter zu beginnen und ihn nicht sonderlich entsetzt anstarrte, beruhigte sich TDM etwas. Die Königin redete also übers Wetter, über ihren Lieblings-Jagdfalken namens Goldwing und kam dann zum Wesentlichen. Sie hätte viel Gutes über ihn gehört und die Gattin des Reichsverwesers hätte ihn in den höchsten Tönen gelobt, ob seines heldenhaften Handelns in jener besagten Nacht vor dem Burgfest. TDM war erstaunt, soo toll war es ja nun auch nicht gewesen, aber die Königin erzählte ihm lachend die Geschichte, die die Reichsverweser-Gattin ihr lallender Weise erzählt hatte. TDM konnte nicht anders, als mitzulachen. Es blieb nicht lange bei Tee und Keks und man schwenkte um auf Cognac. TDM erzählte, was wirklich los gewesen war, von wegen Sommerhufeisen und so und beide fingen an, Anekdötchen zum Besten zu geben.
TDM erzählte seine Geschichte von Leonardo, als er so blau gewesen war, sie erzählte von ihrem Abenteuer in der Tenere-Wüste, als ihr ganz schwindelig geworden war, weil sie immer auf ihren Kreiselkompass geschaut hatte, er erzählte, wie er die Schildträgergewerkschaft gelinkt hatte und versuchte ihr zu erklären, wie Komposthaufen geschichtet werden. Sie erzählte, wie sie damals beim Kartenspielen mit dem Duce von Venedig "Thunderace" gewonnen hatte, weil sie stets ein As im Ärmel zu tragen pflegte und das Pferd ihrem Gatten schenkt, der sie seitdem vergöttere.
Er erzählte ihr, wie er sich am Hof hochgearbeitet hatte und was ihm alles Lustiges widerfahren sei, kurzum, sie hatten jede Menge Spaß und mittlerweile die zweite Karaffe Cognac fast leer. Elli, d. h. Elisabeth, meinte, Theo (also TDM, aber sie duzten sich mittlerweile) hätte einen Posten als Ritter verdient. TDM erwiederte, er hätte einen genialen Einfall, er wolle gerne Ritter der Landstrasse werden, er hätte da schon so eine Idee. Diese ginge ihm seit jener Nacht nicht mehr aus dem Kopf. Ob sie beim König nicht ein gutes Wort für ihn einlegen könne. "Mai doch genne füür disch, Theoleinchen, Ehrnsache, hicks." kam als Antwort und TDM sagte nur "Dangeschöön!". Theo hatte mittlerweile dermaßen einen intus, da hätte die Königin ihn auch direkt zum (Alkohol)Fahnenträger ernennen können. Den Rest des Abends blenden wir aus, aber es hieß, die Bediensteten hätten verdammt lange gebraucht die Sauerei wegzumachen. Jedenfalls hatte TDM am nächsten Tag eine Schädel, der sich sehen lassen konnte. Und auch die Königin sei heute unpässlich, sagte man.

Als er wieder fit war, gab sich TDM daran, eine Reiterstaffel aufzubauen, die für eben solche Notfälle wie in der Nacht vor dem Fest, gewappnet sein sollte. Sieben Berittene in gelben Louis Wachs-Säcken waren von nun an dafür da, Reitern im Land zu helfen, wenn sie Probleme hatten. Die "Gelben Engel", wie sie genannt wurden hatten spezielle Ausrüstung dabei, z.B. Nothufeisen, die nicht ganz so breit waren, wie die normalen, Ersatz-Zaumzeug oder auch einen kleineren Vorrat an Hafer und Wasser, falls mal ein Pferd schlapp machte. Diejenigen, die Hilfe benötigten, brauchten nur zum nächsten Reg.TP zu laufen und Hilfe wurde angefordert. TDM nannte das ganze "Allgemeiner Reichs-Gaul- und Huftier-Hilfsdienst", kurz ARGHH.

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28.04.2002, 22:27 Uhr

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*Forumsrhetoriker*

Kapitel IV


Es kam der Tag, an dem TDM feierlich zum Ritter der Landstrasse geschlagen wurde und er bekam von der Königin eine blattvergoldete Rüstung geschenkt. Es wurden die üblichen formellen Reden geschwungen. So von wegen, wie TDM seinen Beitrag zum Erhalt des Reiches leiste und dass der König sich freue, dass sein Name so angesehen sei im Volk und der Ruhm des Reiches sich über die Grenzen verbreitet hätte ets. TDM war in diesem Moment selber Stolz auf sich, er hatte es fast geschafft. Als die Königin ihm half die Rüstung anzulegen, flüsterte sie TDM ins Ohr, er solle heute Abend doch bei ihr vorbei schauen, sie hätte da was, dass ihn sicher interessieren würde. TDM brach daraufhin in einen Hustenanfall aus, weil er sich verschluckte.

TDM hatte in seinem ganzen Leben noch nie so lange im Bad verbracht, wie an diesem Nachmittag. Er rasierte sich mit seinem neuen Rasierer Marke "Fireblade" und und schmierte sich "Gaströl" ins Haar, ein Haarfett aus Sachsen, das einen angenehmen Duft verbreitete. Er suchte frische Wäsche, sogar ziemlich lange, und fand schließlich noch welche und zupfte auch die letzte Fluse vom Revers. So gestyled zog er zum Turm der Königin. Die Zofe erkannte ihn trotzdem wieder und meldete ihn an und er konnte sofort durchgehen. "Theo, mein Guter" sagte Elli und sie umarmte ihn, "setz dich".
TDM setzte sich und schaute etwas verlegen in der Gegend herum. Elli setzte sich neben ihn und kam gleich zur Sache. Ob er wisse, was Königinnen, die in hohen Nordwest-Türmen wohnen im Allgemeinen so könnten? Als er verneinte, eröffnete sie ihm, sie hätte damals einen Grundkurs in einfacher, sehr einfacher Zauberei belegen müssen, von daher könne sie ihn von seinen hunderten von Warzen befreien. 850 Warzen seien es um genau zu sein, berichtigte sie TDM.

Das wäre eh egal, meinte Elli, das Ganze wäre auch mit 100 Warzen weniger schon problematisch genug. Eine Warze könne beseitigt werden, indem man bei Vollmond eine schwarze Katze (angeblich ging es auch mit Zwergen) am Ufer des V-Stroms durch einen, bei Neumond geflochtenen Reif aus Wahrheitsbinsen werfe. Das große Problem sei, wo man 850 schwarze Katzen herbekommt. Das war in der Tat ein Problem. In der ganzen Burg gab es ca. 20 Katzen und ob die schwarz waren konnte man auch nicht so genau sagen, weil die Viecher meist nachts unterwegs waren und da waren sie jedenfalls alle grau. Sie schmiedeten einen Plan, der ein Zuchtprogramm für schwarze Katzen beinhaltete und die Zofen sollten beim nächsten Neumond Wahrheitsbinsen schneiden und einen Reif flechten.
Ausserdem wurden Boten durch Land geschickt, die in den Dörfern nach schwarzen Katzen suchten. Da das Volk abergläubisch war, war das schon mal recht unproblematisch, weil alle ihre schwarzen Katzen loswerden wollten. TDM baute im Schlossgarten einen Zwinger für die Katzen und lernte Flöte spielen, irgendwie mußte er die Katzen ja zum V-Strom kriegen. Er hatte da mal so eine Story gehört, aber da ging's eigentlich um Ratten. Das Zuchtprogramm raubte ihm die Nerven, "Bring mal eine Katze dazu, DAS zu tun, wenn sie keine Lust hat!" sagte er zu Elli, die ihm liebevoll seine zerkratzten Unterarme verband.

Nach einiger Zeit Hatte TDM dann aber schon erfolg, schwarze Katzen bringen meist schwarze Katzen auf die Welt und so wuchs ihre Anzahl immer weiter. Eine war komplett hellgrau, ein kleiner Kater, er nannte ihn "Der kleine Puch",einer war weiß wie Kreide und er nannte ihn kurzerhand "Kreidler. Einmal wurden zwei dunkelbraune Kätzchen geboren die sich bis aufs Haar glichen und nannte sie "Die Africa-Twins" und schenkte sie den Töchtern des Hofnarren, die sogleich einen Solchen an den kleinen Wollknäueln auf Beinen fraßen. Die Zeit ging ins Land und die Zahl der Katzen wuchs.

Der Tag der Tage kam, es war Vollmond und die Katzen waren ca. 850 an der Zahl.

Elli und TDM verabredeten sich für 22:13 am Katzenzwinger und machten ein Pfeif-Signal aus, damit sie sich in der Dunkelheit leichter finden würden. Gegen 22:00 packte sich TDM seine Flöte, zog sich noch was Warmes über und machte sich auf den Weg. Als er um die Ecke bog, sah er Elli schon von Weitem, kein Wunder, es war ja Vollmond. Er pfiff trotzdem. Elli umarmte TDM, gab ihm einen kurzen Kuß auf seine, hoffentlich nicht mehr lange, verwarzte Nase und sah ihn lächelnd an. Sie waren verdammt nervös, denn immerhin wußte keiner was sie vorhatten und alle in der Burg befürchteten schon seit Tagen, die Mahlzeiten würden demnächst aus Katzen bestehen. Ein Koreaner namens Daelim hatte mal sowas erzählt, als er die nördlichen Länder durchreiste um einen alten Freund, David Harleyson, zu besuchen.

TDM kramte seine Flöte raus und begann zu flöten. Er spielte eine uralte Weise der Kappelle Stray-Cats, was ihm irgendwie angemmessen erschien. Sie zogen los und die Katzen folgten ihnen tatsächlich. Am liebsten hätte er losgeheult und aus dem Augenwinkel sah er, dass auch Elli sich eine Träne in Knopfloch drückte. Der Weg war nicht weit bis ans Ufer des V-Stroms, aber sehr steinig. Immer wenn er stolperte und kurz aus dem Takt kam, fingen die Katzen an, eigene Wege zu gehen, so, dass er sich sehr konzentrieren mußte.

Sie kamen am Ufer an und Elli stellte den Wahrheitsbinsen-Reif auf. TDM flötete und Elli warf die erste Katze durch den Reif. Nichts! Sie warf eine zweite und es tat sich wieder nichts. "HHmmHmhmmm, HmmmHhhMMmm,Hmmh" sagte TDM und Elli schaute ihn einigermaßen blöd an. "HHmmHmhmmm, HmmmHhhMMmm,Hmmh" wiederholte TDM und es dauerte endlos lange 13 Minuten, bis Elli kapierte, das sie tauschen sollten, sie sollte flöten und TDM wollte Katzen werfen. Elli flötete mehr schlecht als recht und die Fläche, auf denen sich die Katzen verteilten, wurde nicht unbeträchtlich größer. Was die Sache für TDM nicht vereinfachte. Er warf eine Katze durch den Reif und man hörte deutlich ein Plöpp! Er warf noch eine und wieder, Plöpp! "Es fhunksonirt" keuchte TDM und wäre vor Freude am liebsten durch die Gegend gesprungen. Er warf jetzt wie ein Bescheuerter Katzen durch den Reif und das PlöppPlöppPlöpp war die schönste Musik, die er je gehört hatte. Er fand seinen Rhytmus und warf immer 4 Katzen auf einmal durch den Reifen und es gab jedesmal ein dumpfes, lauteres PLÖÖPPP. Der erste 4-Takter der Welt, also zumindest sein Sound! Stundenlang warf und warf er und keuchte und keuchte und plötzlich war Stille. Er nahm sich noch eine Katze und warf, wieder Stille. Er fragte sich, ob es mit Zwergen weniger anstrengend gewesen wäre. Auf die Knie sinkend wischte er sich den Schweiß von der Stirn und fühlte ein noch nie dagewesenes Weich. Ellie nahm ihn in die Arme und er weinte vor Glück bis zum Sonnenaufgang.

Sie machten sich auf den Heimweg und bogen gerade um die Ecke zum Nordwest-Turm, als ihnen auch schon ein Ruf entgegen schallte, "Da ist sie! TDM hat die Königin gerettet!" Auf der Burg hatte man das Verschwinden der Königin entdeckt, und der König hatte sofort seine besten Männer losgeschickt nach ihr zu suchen. Der König kam auf sie zugelaufen, umarmte seine Gattin und dankte TDM überschwenglich für seinen Einsatz. Er werde sich noch gebührend bei ihm bedanken, außerdem könne er sich aus dem königlichen Vorrat einen Satz königliche Hufeisen aussuchen. TDM dachte sich zum ersten mal seit Langem "Mund halten bringt dich jetzt weiter" und tat's denn auch.

Direkt am nächsten Tag wurde ein Fest zu Ehren TDMs gehalten, diesmal spielten die "Transalps" aus Südtirol, die gerade in der Gegend waren und sich nur so nannten, wenn sie im Norden gastierten, und nach einer Dankesrede ernannte der König TDM zum "Leibwächter" der Königin. Den Leib der Königin zu bewachen, kam TDM auf einmal als gar nicht so schlechte Idee vor. Wo eigentlich seine Warzen geblieben seien, fragte der König und TDM murmelte etwas von "Aufgewacht", "Ratiopharm" und "Spontanheilung" und so, und der König ging auch Gott sei dank nicht näher drauf ein. Aber so einige Frauenzimmer der Burg schielten ihm jetzt mehr oder weniger hinterher, denn TDM sah wirklich gut aus.

Jetzt war TDM also reich, berühmt, verliebt und schön, was wollte er mehr. Als Leibwächter der Königin war TDM ja jetzt immer, oder fast immer, mit Elli zusammen und sah auch den König häufiger. Elli erzählte ihm immer, was im Reich so passierte und was der König so erzählte. Eines der großen Probleme des Reiches war anscheinend die Komunikation der Landesteile untereinander, wenn ein Landvogt eine Frage zur Gestzgebung hatte, konnte er zwar Trommeln lassen aber er war sich nicht sicher, ob seine Anfrage auch den Richtigen fand und bearbeitet wurde. TDM setzte sich beim König für eine Art Forum ein, an das alle getrommelten Nachrichten gehangen wurden, aufgeteilt nach Themengebieten. Jedes wichtige Thema(z.B.Hufeisenfragen, Festivitäten, Futter, TÜV, usw.) hatte ein eigenes sogenanntes Brett in der Hauptverwaltung und für jedes Brett war ein sogenannter Moderator zuständig, der die Fragen beantwortete und ggf. an einen Fachmann zur Beantwortung weiterleitete. Die Antwort wurde, um alles nachvollziehen zu können unter die Frage gehängt und man wartete auf die Bestätigung des Empfang, dann wurde das Thema geschlossen und der Schriftwechsel konnte ins Archiv. Über all das wachten sogenannte Administratoren, die Ordnung hielten und sehr mächtig waren. Wenn jemand die Bretter nicht richtig verwaltete oder reichsfeindliche Äußerungen gemacht wurden, schickten Sie eine Reiterstaffel aus, die, mit verdammt spitz angespitzten Lanzen, den Schuldigen suchten und so lange mit Ihren Lanzen piekten, bis derjenige Besserung gelobte oder manchmal auch unfreiwillig vom Trommeln ausgeschlossen wurde. Das System fand sehr großen Anklang im Volk, weil es umsonst genutzt werden durfte und eine Menge Alltagsprobleme vermeiden half. Selbst der König war so angetan von diesem Forum, dass er es TDM zu Ehren "TDM-Forum" nannte und den heimlichen "Geliebten der Königin" als "Berater" in's Innenministerium berief.

Was das alles mit uns zu tun hat? Nichts, aber TDM zu Ehren sollte diese Geschichte nicht vergessen werden. Immerhin haben wir seine Idee übernommen.


Viel Spaß im TDM-Forum und dran denken, wer nicht fragt bleibt ewig "Frischfleisch".


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